Zum Inhalt springen
Private Akutklinik · Bad Herrenalb Mo–Fr 8:00–16:30 Uhr · Kontaktaufnahme rund um die Uhr

Zwangsstörungen.

Zwänge stellen eine schwere psychische Problematik dar, bei der nicht selten Jahre vergehen, bis Betroffene professionelle Hilfe annehmen. Zwangserkrankungen beginnen oft im jungen Erwachsenenalter und kommen ggw. bei 3,8% der Bevölkerung (Jahresprävalenz) vor. Zwangsstörungen sind die sogenannte heimliche Krankheit.

Stationäre Behandlung · Privatversichert · Beihilfe · Selbstzahler

Mandala zu Zwangsstörungen: streng symmetrisches Labyrinth-Muster
Die unkontrollierbare Wiederholung
Jahresprävalenz3,8%

der Bevölkerung; Zwangsstörungen beginnen oft im jungen Erwachsenenalter.

Bei Kontaminationsfurcht75%

der Betroffenen entwickeln daraus entsprechende Zwangshandlungen.

Wenn Zwänge den Alltag bestimmen.

Die Symptome bestehen in einem inneren Drang, bestimmte Dinge ausführen oder denken zu müssen. Bei Zwangshandlungen können dies Wasch- oder Kontrollzwänge sein oder Zwänge, bestimmte (Ordnungs-)Rituale in bestimmter Folge oder Häufigkeit durchzuführen. Bei Zwangsgedanken finden sich meist bedrohliche Vorstellungen, z. Bsp. davon, kontaminiert zu werden (durch Keime auf Gegenständen), was nachfolgend wiederum (bei 75% der Betroffenen) zu entsprechenden Zwangshandlungen (Türklinken putzen) führt. Zwangsgedanken können aber auch Vorstellungen aggressiven Inhalts sein oder aber ein ritualisiertes Gedankenkreisen, das vermeintlich Schlimmes verhindern soll. In jedem Falle ist Betroffenen bewusst, dass sich ihre Zwänge zwar innerlich unwiderstehlich aufdrängen, im Grunde aber recht verzerrt und „irrsinnig“ sind. Dies unterscheidet Zwänge von Wahnvorstellungen, bei denen keine innere kritische Distanz zum Symptom besteht. Hoher Leidensdruck entsteht dann, wenn das alltägliche Leben derartig beeinträchtigt ist, dass durch die Ausführung der Zwänge permanenter Zeitmangel herrscht und berufliche wie private Pflichten nicht mehr erfüllt werden können. Auch das zwanghafte Sammeln (und das „sich nicht trennen können“) von Gegenständen bis hin zum Messie-Syndrom kann als eine Unterform von Zwangserkrankungen verstanden werden.

Wie Zwänge entstehen.

Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Zwangserkrankungen spielen unangenehme Gefühle, wie Ängste, Ärger und Wut, Schuld und Scham eine wesentliche Rolle. Zwänge dienen dazu, bestimmte Gefühle/Affekte zu neutralisieren. Das jeweils unangenehme Gefühl sowie die innere Unruhe und Anspannung nehmen also durch das Ausführen der jeweiligen Zwänge ab. Weiter gefasst gehen wir nach aktuellem Kenntnisstand auch bei Zwangsstörungen von einem multifaktoriellen Entstehungsmodell aus; es greifen genetische Faktoren, neurobiologische Besonderheiten (hier im serotonergen System), auslösende Stressoren und Persönlichkeitsmerkmale (lerntheoretisch oder psychodynamisch zu verstehende) ineinander.

Behandlung in der Sanima Klinik.

In der Therapie von Zwangserkrankungen haben neben den hierfür zugelassenen und wirksamen Antidepressiva v.a. verhaltenstherapeutische Interventionen entscheidende Bedeutung. Das wesentliche und unverzichtbare Therapieelement besteht in der Reizkonfrontation und Reaktionsverhinderung. Es geht hierbei darum, sich den unangenehmen Gefühlen, der inneren Unruhe und Anspannung sowie den katastrophisierenden Vorstellungen zu stellen und diese auszuhalten, ohne sie in gewohnter Weise durch Zwänge zu neutralisieren. Nur so kann die konkrete Erfahrung gemacht werden, dass unangenehme Gefühle und Affekte (z. B. Ängste und innere Unruhe) wieder abklingen, auch wenn auf das gewohnte Vermeidungsverhalten (hier Zwänge) verzichtet wird. Dadurch nehmen die Selbstwirksamkeitserwartung, das Selbstwertgefühl zu und die Ohnmacht, Opfer der eigenen Zwänge zu sein, ab.

In der psychodynamischen Therapie fokussieren wir die Arbeit an einem Verständnis der Zwänge im Kontext vorhandener Beziehungs- und Verhaltensmuster (z. B.: Aggressionshemmung, Konfliktvermeidung, mangelnde Abgrenzungsfähigkeit u. a.), innerer Konflikte und deren biografischer Bezüge (frühe existenzielle Unsicherheiten, kontrollierende oder ängstlich-überprotektive Beziehungserfahrungen, erlebte Streitkultur in der Herkunftsfamilie, Kontrollverlusterlebnisse u.v.m.). Ziel ist es, innere mit der Symptomatik in Zusammenhang stehende Muster zu entschärfen und letztlich in der therapeutischen Beziehung, in der Patientengemeinschaft und später im Alltagsleben korrigierende Beziehungserfahrungen zu machen.

In der Sanima Klinik verfolgen wir einen zweigleisigen, wie oben skizzierten verhaltenstherapeutischen und tiefenpsychologischen Therapieansatz.

Häufige Fragen

Antworten auf typische Fragen zu Zwangsstörungen.

Patienten, Angehörige und zuweisende Ärzte stellen uns wiederkehrende Fragen. Hier finden Sie die wichtigsten Antworten zusammengefasst.

01.Wann spricht man von einer Zwangsstörung?

Wenn ein innerer Drang besteht, bestimmte Dinge auszuführen oder zu denken, die Betroffenen die Zwänge als übertrieben oder sinnlos erleben, sie aber nicht unterlassen können — und die Zwänge Zeit, Kraft und Lebensqualität kosten.

02.Wie werden Zwangsstörungen in der Sanima Klinik behandelt?

Wir verfolgen einen zweigleisigen Ansatz: verhaltenstherapeutische Interventionen — einschließlich Übungen mit Exposition und Reaktionsverhinderung — und die psychodynamische Arbeit an zugrunde liegenden Konflikten, eingebettet in einen festen therapeutischen Rahmen mit Bezugstherapeut.

03.Wer übernimmt die Kosten der Behandlung?

Die Aufnahme steht Privatversicherten, Beihilfeberechtigten und Selbstzahlern offen. Manche Gesetzliche Krankenkassen (z. B. die Techniker Krankenkasse und die DAK) sehen in ihren Satzungen vor, unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für eine Behandlung in einer reinen Privatklinik bis zur Höhe der vergleichbaren Sätze in einem nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhaus zu übernehmen. Wir beraten Sie gerne im Rahmen des telefonischen Vorgesprächs.

04.Wie vereinbare ich ein Aufnahmegespräch?

Telefonisch unter +49 7083 748-0 (Mo–Fr 8:00–16:30) oder über den Rückruf-Service auf der Kontaktseite. Unser Aufnahmebüro meldet sich innerhalb von 24 Stunden mit einem Terminvorschlag für ein ausführliches, kostenloses Telefongespräch.

Quellen

Fachliche Grundlage der Inhalte.

  1. [1]S3-Leitlinie Zwangsstörungen AWMF-Leitlinienregister (Hrsg.). register.awmf.org — aktuelle Leitlinien
  2. [2]ICD-10-GM — Kapitel V, F42 (Zwangsstörung) Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). bfarm.de — ICD-10-GM
  3. [3]Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) Fachinformationen. dgppn.de
Aufnahme

Sprechen Sie mit uns — persönlich, vertraulich, ohne Wartezeit.

Telefon · Aufnahme­büro
+49 7083 748-0
Aufnahme
Privatversichert · Beihilfe · Selbstzahler
Versicherte einiger gesetzlicher Krankenkassen (z. B. die Techniker Krankenkasse und die DAK) haben in manchen Fällen die Möglichkeit, eine Teilkostenerstattung durch die GKV zu erwirken.