Behandlung in der Sanima Klinik.
Die an den Leitlinien unseres Fachgebietes orientierte Behandlung von einfachen und komplexen Traumafolgestörungen (Trauma I und II) beinhaltet in der ersten Therapiephase die Abklärung des individuellen Stabilisierungsbedarfs unter Berücksichtigung komorbider Störungsbilder (Sucht, Depression, Essstörung, Persönlichkeitsstörung). Besonders wichtig ist uns der Aufbau einer tragfähigen therapeutischen Beziehung, da Vertrauen, Würde, Schutz, das Gefühl von Sicherheit, Verlässlichkeit, Wertschätzung, Offenheit und Transparenz für den Betroffenen elementare Voraussetzungen sind, therapeutische Interventionen anzunehmen, sich auf das klinische Setting mit seinen äußeren Strukturen und Halt gebenden Regeln einzulassen, Distanzierungstechniken (Imaginationen) zu erlernen, Skills zur Affektregulation zu erwerben, auf selbstschädigendes Verhalten zu verzichten, bestehende Täterkontakte aufzugeben, sich anzuvertrauen, sich zuzumuten u. v. m. Das methodenübergreifende Setting (s. Verlauf der Behandlung und Therapiemethoden) bietet Raum für Entlastung, strukturelle Entwicklungen (u. a. der Selbstwahrnehmung und Selbstregulation), die Erweiterung sozialer Kompetenzen, Verbesserung des Selbstwirksamkeitserlebens. Diese Stabilisierungsphase kann Wochen bis Monate dauern.
Je nach Schwere der Symptomatik und vorhandener Komorbidität sind in der Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen auch Psychopharmaka, z. Bsp. Antidepressiva indiziert. Hierüber erfolgt ärztlicherseits eine ausführliche Aufklärung. Die Entscheidung über die Einnahme einer Medikation trifft der Patient letztlich selbst. Im Sinne der Transparenz und des gegenseitigen Vertrauen ist es uns wichtig, alle Fragen, Bedenken und Vorbehalte anzusprechen und nach der bestmöglichen, nicht selbstschädigenden Symptomentlastung für den Betroffenen zu suchen.
In Abhängigkeit von der erreichten Symptomentlastung kann sich nach der Stabilisierungsphase in der vertieften Psychotherapie (noch im stationären oder danach im ambulanten Setting) eine Traumabearbeitung (z. B. mittels EMDR) anschließen. In der Traumabearbeitungsphase geht es darum, sich mit den traumatischen Erinnerungen unter geschützten Bedingungen auseinanderzusetzen (diese durchzuprozessieren), bis letztlich die Erinnerung an das Trauma als etwas Vergangenes erlebbar wird und nicht mehr als ein Gefühl, dem Trauma im Hier und jetzt ausgeliefert zu sein. Das heißt, dass am Ende eines traumaverarbeitenden Prozesses die traumatische Erinnerung „verändert“ im Gedächtnis abgelegt wird und die Gewissheit entsteht, dass es sich um etwas Vergangenes handelt. Diese Traumabearbeitung bieten wir in unserer Klinik allerdings nicht an. Sie sollte in einem auf die Behandlung von PTBS mit Traumabearbeitung spezialisierten Setting durchgeführt werden.
Unsere Klinik bietet eine behütende therapeutische Atmosphäre und ein methodenübergreifendes Setting, um den oben skizzierten traumatherapeutisch stabilisierenden Weg zu begleiten und diesen mit der sich anschließenden Weiterbehandlung im ambulanten oder auf Traumabearbeitung spezialisierten Bereich in enger Rücksprache und unter Berücksichtigung des vorhandenen Hilfsbedarfs zu verknüpfen.