Wenn Zwänge den Alltag bestimmen.
Die Symptome bestehen in einem inneren Drang, bestimmte Dinge ausführen oder denken zu müssen. Bei Zwangshandlungen können dies Wasch- oder Kontrollzwänge sein oder Zwänge, bestimmte (Ordnungs-)Rituale in bestimmter Folge oder Häufigkeit durchzuführen. Bei Zwangsgedanken finden sich meist bedrohliche Vorstellungen, z. Bsp. davon, kontaminiert zu werden (durch Keime auf Gegenständen), was nachfolgend wiederum (bei 75% der Betroffenen) zu entsprechenden Zwangshandlungen (Türklinken putzen) führt. Zwangsgedanken können aber auch Vorstellungen aggressiven Inhalts sein oder aber ein ritualisiertes Gedankenkreisen, das vermeintlich Schlimmes verhindern soll. In jedem Falle ist Betroffenen bewusst, dass sich ihre Zwänge zwar innerlich unwiderstehlich aufdrängen, im Grunde aber recht verzerrt und „irrsinnig“ sind. Dies unterscheidet Zwänge von Wahnvorstellungen, bei denen keine innere kritische Distanz zum Symptom besteht. Hoher Leidensdruck entsteht dann, wenn das alltägliche Leben derartig beeinträchtigt ist, dass durch die Ausführung der Zwänge permanenter Zeitmangel herrscht und berufliche wie private Pflichten nicht mehr erfüllt werden können. Auch das zwanghafte Sammeln (und das „sich nicht trennen können“) von Gegenständen bis hin zum Messie-Syndrom kann als eine Unterform von Zwangserkrankungen verstanden werden.